Donnerstag, Februar 03, 2011

"Wir sollten den Menschen als Individuum bewerten"

… es mag sein, dass eine reine Männer-Kultur nicht zeitgemäß ist und manchen Unternehmen auch wirtschaftlich schadet. Rechtlich (sind solche) Argumente höchst problematisch. Denn sie beruhen auf Verallgemeinerungen und Zuschreibungen von Eigenschaften aufgrund des Geschlechts. Wenn etwa in der Begründung zu einem Gesetzentwurf der Grünen zur Quote in Aufsichtsräten nahegelegt wird, die Wirtschaftskrise sei auch Folge mangelnder Kontrolle durch homogen männlich besetzte Aufsichtsräte, halte ich dies für eine diskriminierende und spekulative Argumentation, die als Grundlage für die rechtliche Diskussion völlig ungeeignet ist. Das Ziel von Diskriminierungsverboten liegt gerade darin, dass jeder Mensch im Arbeitsleben als Individuum und nicht als Mann oder Frau bewertet wird.


Der Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer zerlegt die Frauenquote in einem hervorragenden Interview in der Wirtschaftswoche.