Donnerstag, September 29, 2016

Morddrohungen gegen Lamya Kaddor

Die Buchautorin, Lehrerin und Begründerin des Liberal-Islamischen Bundes Lamya Kaddor ist aus Sicherheitsgründen vom Schuldienst beurlaubt worden. Sie erhält seit der Veröffentlichung ihres Buches Die Zerreißprobe über Einwanderung Hassbriefe und Morddrohungen. Diese stammen, wie Kaddor dem Deutschlandfunk berichtet, vor allem aus der Leserschaft des rechten Publizisten Henryk Broder, der seit Jahren Stimmung gegen Kaddor (und andere Muslime) schürt.

Kaddor zufolge schreiben ihr die Menschen unter Berufung auf das hohe Gut der Meinungsfreiheit, "dass ich vergast werden soll, was man mit mir sonst alles zu tun haben muss, dass man mich demnächst irgendwo nachts abholen wird. Das sind ja Dinge, die nicht mehr so witzig sind. Vor allen Dingen: Sie werden mit Klarnamen geschrieben. Es sind Menschen, die schreiben ihren Namen da unten drunter, ihren echten Namen." Ja, nach zehn Jahren harter Arbeit daran ist unsere Gesellschaft jetzt so weit. Was den Staatsschutz angeht, berichtet Kaddor, dass dieser die Bedrohungen von rechts eher auf die leichte Schulter nehme als die Drohungen von Islamisten, die Kaddor vor Jahren bedrohten, als sie über deren Szene kritisch berichtet hatte.

Natürlich ist Solidarität mit Lamya Kaddor von jedem gefragt, der in diesem Land Bücher und Artikel veröffentlicht oder dem überhaupt irgendetwas an Meinungsfreiheit liegt. Inzwischen hat die Rechte mit ihren "Umvolkungs"- und "Kalifat-Deutschland"-Phantastereien derart Oberwasser, dass man schon Angst haben muss, mit dem Tod bedroht zu werden, wenn man Texte veröffentlicht, die sich der ständigen "Moslems-raus!"-Hetze verweigern.

Schaut man in die einschlägigen Blogs und auf Facebook in die Kommentarspalten der bekanntesten Hetzer, dann werden die Morddrohungen dort nicht kritisert, sondern bejubelt, mit Spott begleitet oder mit Erklärungen, dass "so jemand" wie Lamya Kaddor doch ohnehin kein Verlust wäre. Man merkt schnell, dass die Autorin nur deshalb nicht noch ein paar hundert Morddrohungen mehr bekommen hat, weil die Geiferer dafür kein Porto ausgeben wollten. Das Ziel dieser Fraktion ist offenkundig, eine Stimmung der Angst zu erzeugen, in der jeder Andersdenkende es nicht mehr wagen soll, seine Meinung zu äußern. Aber wehe, man vergleicht den heute immer hemmungsloseren Hass auf Muslime mit dem Antisemitismus der zwanziger Jahre – dann plötzlich kriegen sich dieselben Leute, die bei den Morddrohungen nur gelangweilt mit den Schultern zucken, gar nicht mehr ein vor Empörung. Manch einer überschlägt sich gar, weil er gleichzeitig "Tod dem Muselpack!" und "Hilfe, die Nazikeule!" zu krakeelen versucht.

Ich bin für meine eigenen Veröffentlichungen zwar schon des öfteren aus dem feministischen Spektrum scharf angegangen worden, Morddrohungen habe ich t aber nie erhalten. Eine bezeichnende Parallele fällt jedoch auf: So wie Andreas Kemper & Co. sich mit ihrer eigenen Hetze gerade NICHT vorrangig an radikalen Autoren in der Männerszene abarbeiten sondern an jemandem wie mir und so wie das anonyme Blog "Münkler-Watch" ausgerechnet einem linksliberalen Politikwissenschaftler rechtes Gedankengut unterstellte, ist es auch bei Lamya Kaddor gerade keine radikale Fundamentalistin, die zur Zielscheibe erklärt wird, sondern eine liberale Autorin, die Islamisten und Fundamentalisten immer wieder scharf kritisiert hat. Eben das macht sie in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger deutlich:

"Jahrelang war ich die Vorzeigemuslimin und habe die Muslime kritisiert, habe vor dem Salafismus gewarnt. Jetzt habe ich gewagt, auch einmal den Blick in die Mehrheitsgesellschaft zu werfen und auf Missstände hinzuweisen. Dafür werde ich jetzt zum Abschuss freigegeben. (...) Und ich sage mir, wenn man schon mit mir, die sich permanent zum Rechtsstaat bekennt, die sich für das Miteinander einsetzt, gegen jegliche Form islamistischen Extremismus kämpft und dafür zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt, ein Problem hat – wie ergeht es dann den anderen sogenannten Fremden?"


Vielen Leuten geht es offenkundig gerade nicht darum, nur einen radikalen Islam zu bekämpfen. Es sind Muslime jeglicher Coleur, die man am liebsten tot sehen möchte. Vielleicht sind die nicht-radikalisierten Muslime sogar besonders verhasst, weil sie ein liebgewonnenes Feindbild ebenso sehr erschüttern wie progressive Männerrechtler ein anderes. Erst recht, wenn sie den Normalfall darstellen.

Sonntag, September 11, 2016

"Fast jedes dritte Prügel-Opfer im Haushalt ist ein Mann"

Die "Welt am Sonntag" zitiert mich als Expertem zum Thema "häusliche Gewalt gegen Männer". Anette Dowideits Artikel ist in der gedruckten Ausgabe der "Welt am Sonntag" noch wesentlich umfangreicher. Darüber berichte ich hier.

Montag, August 29, 2016

"Wie Alice Schwarzer Ausgrenzung salonfähig macht"

Am vergangenen Wochenende erschien auf der Journalisten-Plattform "Starke Meinungen" mein Beitrag Wie Alice Schwarzer Ausgrenzung salonfähig macht, wofür ich ein Interview benutzt habe, das Schwarzer dem Magazin CICERO gab und das am Freitag veröffentlicht wurde. Meine Analyse ist zu großen Teilen ein Zusammenschnitt von Texten, die bereits auf meinem Blog Genderama und in meinem Buch Plädoyer für eine linke Männerpolitik veröffentlicht wurden. Der Beitrag enthält zwei Kernthesen: Schwarzer steht deutlich weiter rechts, als viele wahrnehmen (möchten); und eine vernünftige Männerpolitik würde uns in der Flüchtlingsfrage wesentlich weiter bringen als das Gezeter Schwarzers über böse Zuwanderer, die deutsche Frauen bedrohen. Die vom Bundeinnenministerium vorgelegten Zahlen des BKA widersprechen Schwarzers These.

Mein Text erhielt Facebook-Likes und Twitter-Empfehlungen unter anderem von Ruprecht Polenz (CDU), Claudius Seidl (FAZ), Patrick Bahners (FAZ), Georg Diez (Spiegel und Spiegel-Online) sowie Jakob Augstein (Der Freitag). Der Blog-Aggregator "Rivva" der Süddeutschen Zeitung stellte ihn in der Rubrik "neu und lesenswert" vor. In der Kommentarspalte unter meinem Artikel findet man unter anderem mehrere zustimmende Wortmeldungen der deutschen Rechtswissenschaftlerin (und Feministin) Professorin Monika Frommel.

Ich danke Liane Bednarz (Tagesspiegel, Zeit) und Alan Posener (Die Welt) ganz herzlich für die Gelegenheit, auf ihrem Blog zu veröffentlichen, sowie für die erstklassige redaktionelle Betreuung meines Artikels.

Freitag, Juni 24, 2016

Warum es hierzulande immer noch an Männerpolitik mangelt

Zur fehlenden Männerpolitik in Deutschland und der fatalen Rolle, die Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) dabei spielt, habe ich Gerd Riedmeier interviewt, den Vorsitzenden des Forums Soziale Inklusion. Das Gespräch wurde auf Cuncti und beim Freitag veröffentlicht. Gerd Riedmeier brachte beim Deutschen Genderkongress im November 2016 Feministinnen und Männerrechtler an einen Tisch. Schwesigs Leuten schien das überhaupt nicht zu gefallen: Sie machten schon vor Beginn des Kongresses aggressiv Stimmung dagegen.

Donnerstag, Januar 28, 2016

BILDblog, Baby! :-)

Mein Beitrag Ist Angela Merkel schlimmer als Adolf Hitler? hat es in die Rubrik "6 vor 9" des BILDblogs geschafft. :-)

Mittwoch, Oktober 21, 2015

Das journalistische Interesse wächst

Vor dem ersten ganzheitlichen Genderkongress im November, zu dem erstmals Frauen- UND Männerrechtler eingeladen sind, wächst das journalistische Interesse. Die Frankfurter Allgemeine berichtet über unsere Bewegung und zitiert mich als ihren "Vordenker"; Die Kolumnisten haben mich zu linker Männerpolitik interviewt; der Hessische Rundfunk zur Notwendigkeit einer Männerpolitik insgesamt.

Freitag, April 24, 2015

Als Sachverständiger im Landtag Nordrhein-Westfalen

Diese Woche wurde ich als Experte für Männeranliegen im nordrhein-westfälischen Landtag angehört. Die Hetze der radikalfeministischen Fraktion gegen mich, die bis hin zu einem rufschädigenden Umschreiben des Wikipedia-Artikels über mich ging, zeigt immer weniger Erfolg.